Die 95 g CO2 Limite kann mit kompakten, relativ leichten Verbrennern OHNE externe Stromzufuhr erfüllt werden. Doch die Politik unterlässt hierfür Anreize (z.B. eine Unterteilung der Kategorie PKW bis 3.5 Tonnen) und übervorteilt schwere und extrem leistungsstarke Plug-In Hybrid Fahrzeuge mit unrealistischen Messkriterien. Dadurch betrügt sich die Politik faktisch selbst: 

Unkritisch wird nämlich im relevanten Prüfverfahren vorausgesetzt, dass alle Käufer 2/3 ihrer gesamten Fahrstrecke mit teils unverhältnismässig kleinem E-Leistungsanteil (siehe unten) vollelektrisch absolvieren. Und der hohe CO2-Aufwand für die Batterieherstellung wird in der Verbrauchsrechnung ausser Acht gelassen.

 

Die Stromherstellung (Atom-, Wasser-, Solar-. Gas/Kombi- etc.) und der Transport zu den Usern generiert auch CO2! Die Ingenieure von Spritmonitor errechneten hierfür 4.8 g CO2 pro gefahrenen Kilometer 

Erhebliche CO2-Emissionen verursacht aber die Batterie-Produktion.

 

 

Die Produktion einer 50 kWh Batterie (z.B. Opel Corsa) dürfte also rund 4 bis 6 Tonnen CO2 verursachen. 

Natürlich verursacht auch die Herstellung eines Kunststoff-Tanks sowie Förderung, Transport und Raffinierung von Treibstoffen CO2...

Für Förderung und Transport nennt die IEA (Internationale Energie Agentur) einen Wert von

knapp 0,6 kg CO2 pro Liter Erdöl. 

Die CO2 Verbrauchsbilanz eines reinen EV/BEV ist bei ökologischem Strom-Mix bereits nach einigen 10'000 Kilometern besser als diejenige eines gleich grossen Fahrzeugs mit ICE.

 

 

PHEV Rechnungsbeispiele:

Die VOLVO SUV XC60 und XC90 benötigen ≈ 2,6 L Benzin (für einen Drittel der Prüfzyklus-Strecke) PLUS ≈ 18 kWh (für die anderen zwei Drittel der Prüfzyklus-Strecke) um wie rechts nebenstehend gewertet zu werden.

Für diese ≈ 18 Kilowattstunden wird aber KEIN CO2 Ausstoss einkalkuliertUnd nur dank dieser (Fehl) - Rechnung kann diese Fahrzeugkategorie mit derart tiefen 'CO2-Kilometerwerten' brillieren.

 

 

Gemäss Messkriterien müsste sich demnach der 87 PS starke E-Motor während zwei Dritteln der gefahrenen Kilometer im gesamten Autoleben

mit 2300 kg Leergewicht abmühen. 

Dies entspricht dann ungefähr dem Leistungsgewicht eines VW Käfer ...

Im Spritmonitor waren Ende April 2020 die in der Praxis realisierten Verbräuche von 97 Fahrzeugen (Typ XC60/90 mit rund 400 PS) verfügbar.

Die Verbrauchspanne betrug zwischen 0,63 L und 12,12 L. Der Durchschnittsverbrauch aller User lag bei 6,18 L oder 144 g CO2 pro Kilometer und war damit fast dreimal höher als 'politisch verbucht'.

Das Porsche Cayenne PHEV Leergewicht beträgt 2490 kg. Zur Systemleistung von 680 PS trägt der E-Motor mit 100 kWh/136 PS gerade mal 20% bei.

 

Ob wohl ein Käufer eines solchen SUV in der Praxis wirklich während 2/3 aller Fahrkilometer auf 80% Leistung (544 ICE-PS) verzichtet ...  

Immerhin gibt der Hersteller an, auf welche Prüfnorm (WLTP) sich die publizierten Verbrauchswerte beziehen.

Seltsame Arithmetik beim Mercedes-Benz EQC:

Open Sans ist eine freundliche Schriftart mit runden Buchstaben, die sowohl auf dem Computer als auch auf mobilen Endgeräten gut aussieht.

Obiges Fahrzeug, mit 2.5 Tonnen ebenso schwer wie der Porsche Cayenne PHEV hat einen 80 kWh Stromspeicher. Nicht spezifiziert wird ob es sich dabei um die Netto- oder Bruttokapazität handelt doch gehen wir in nachfolgender Rechnung davon aus, dass ein User auch tatsächlich 80 kWh nutzen kann:

Wenn 80 kWh für eine WLTP Reichweite von 419 km gut sind dann würde der WLTP-Verbrauch 19.09 kWh betragen (80 : 4.19). Würde mit einem WLTP Verbrauch von 26.3 kWh 419 km weit gefahren dann wäre hierfür eine Akkukapazität von > 110 kWh nötig 26.3 x 4.19).

Die Tester fuhren 367 km weit und erzielten einen Verbrauch von 28.2 kWh.

Dies wiederum ergäbe eine Akkukapazität von 103.49 kWh... Da wird Adam Riese ausgehebelt!

Sie sehen:

Es ist für einen E-Auto Interessenten schwierig mit solch intransparenten und nicht nachrechenbaren Daten eine valable, persönliche Reichweitenbilanz für dieses Fahrzeug zu ziehen.

PS.

Übrigens:

Für die Installation einer Wallbox (um das Fahrzeug zuhause vernünftig laden zu können) wurden in vorliegendem Beispiel noch zusätzliche Fr. 4265.- fällig.

Auch interessant:

Unabhängig vom verwendeten Strom-Mix und der Anzahl verbrauchter kWh - der CO2-Ausstoss bleibt einfach immer NULL ...

Weitere Gedanken zu PHEV's:

 

Es gibt auf dem Markt aber auch 'moderate' Plug-In Hybrid Fahrzeuge welche für umweltbewusste Käufer eine Überlegung wert sind (siehe oben). Autos nämlich welche einen elektrische Leistungs-Anteil von einem bis zwei Dritteln der Gesamtleistung haben und die von einem relativ kleinen Verbrennungsmotor mit gutem Wirkungsgrad befeuert werden (Beispiel: 2020er KIA Ceed/X-Ceed PHEV, E-Reichweite 50 bis 78 km, HEV only Verbrauch ab 3.7 Litern B95 / TOYOTA PRIUS 4 PHEV)

 

PHEV's sollten (wie (B)EV's prioritär beim Eigenheim über Nacht günstig geladen werden können.

Mieter oder Strassenparker ziehen oft den Kürzeren. Denn das kostenpflichtige Schnell-Laden auswärts übersteigt den Preis für das Fahren mit fossiler Energie im Hybridbetrieb bei weitem. 

 

Auch sollten PHEV's zusätzlich zum SAVE/HOLD Button über einen CHARGE Button (ICE lädt Akku beim Fahren wie z.B. beim Mitsubishi Outlander- oder Toyota Prius 4 PHEV) verfügen.

Dann nämlich kann der Fahrer je nach Topografie, Strassenverlauf und Verkehr zusätzlich optimieren und den Verbrennungsmotor als Generator nutzen.

Und das beschert, wenn Sie den Dreh' mal raus haben, Fahrspass der dritten Art...

2017 testete der ADAC verschiedene PHEV PKW.

Das Potenzial eines sparsamen Fahrers wurde dabei nicht genutzt.

'Moderate' PHEV PKW können aber mit vorausschauender Fahrweise sehr viel ökonomischer bewegt werden wie untenstehende Spritmonitor Einträge zeigen:

PRIUS 4 PHEV:     2.6 L + 1.7 kWh

CEED SW PHEV:   3.2 L + 1.3 kWh

46500 Autos MEHR sind 2019 auf unseren Strassen unterwegs.

 

Parkiert ergibt dies eine Autoreihe von 200 Kilometern. Unterwegs mit Tempo 80 und gesetzlichem Mindestabstand wäre die Kolonne gar über 2000 Kilometer lang ...

mehr als die Gesamtlänge des Schweizerischen Nationalstrassen-Netzes.

Haupttreiber hierfür ist die nach wie vor freizügige Zuwanderung.

Diese 46500 Autos legen jährlich rund 700 Millionen Kilometer zurück und emittieren somit

≈ 100'000 Tonnen CO2.

Die Zuwanderung ist damit auch ein massiver CO2-Treiber.

Leider mutieren deshalb entsprechende nationale Bemühungen zur CO2-Reduktion im Bereich Individualverkehr weitgehend zu Sysiphus-Aktionen. 

KLIMA - KONFERENZ 

Teilnehmer machen oft Zusagen ohne über deren spätere, praktische

Umsetzung im Klaren zu sein.

Im Bereich 'Mobilität' steht die Politik zur Zeit im Spannungsfeld zwischen dem seit 2019 geltenden  Prüfzyklus WLTP und der fast gleichzeitigen CO2-Limitensenkung auf 95 g (noch NEFZ basierend) für Neuwagenflotten.

Dieser neue, tiefe NEFZ-Wert wird nun, 2020 einfach mit einem Faktor von 1.2 auf WLTP hochgerechnet.

Es ist doch simpel:

Klimarelevant ist nur der tatsächlich im Alltag erzielte Verbrauch!

bis zu 12 Rappen mehr ... 

Fahrer/Innen von ICE-Fahrzeugen müssen sich hierzulande in den kommenden Jahren wohl auf eine Abgabenerhöhung von bis zu 12 Rappen auf Benzin und Diesel gefasst machen.

Mit ECODRIVE und/oder Hypermiling können Sie diese Mehrkosten jedoch problemlos kompensieren:

Nehmen wir an Sie fuhren bisher mit 6 Litern (zu Fr. 1.40 im Juni 2020) 100 Kilometer weit.

Dann kostet Sie dies Fr. 8.40.

Für diesen Betrag würden Sie aber künftig nur noch 5.53 Liter beziehen können.

Wenn Sie aber, mit vorausschauender Fahrweise, Ihren Verbrauch um nur 8 Prozent drosseln

(und das ist einfacher als Sie vieleicht denken - siehe auch Tipps und Tricks),

dann bleiben ihre Treibstoffkosten gleich.

Probieren Sie's aus und schlagen Sie dem Abgaben-Vogt ein Schnippchen!

Im NEBELSPALTER gab es die 'ECKE DES HÖHEREN BLÖDSINNS'

und hie und da glaubt man im Schilderwald unserer Strassen auch in Schilda zu sein:

30 oder 30 ?

Diese Frage stellt sich offenbar in Luzern 

Ende 60 ist das neue 50 ...

aufgepasst in Österreich

Und im Kanton ZUG:

Hier gilt Signal 2.44 'Überholen verboten'.

 

 

 

 

 

Ein 40 km/h Traktor darf also nicht passiert werden.

Und ausgerechnet hier, nur ein paar hundert Meter weiter unten, bei der mit Sperrflächen, Einspurstrecken, Sicherheitslinien sowie Verkehrsinseln ausgestatteten Einmündung

wird eben dieses Signal mit Tafel 2.55 aufgehoben ...

Das war - während dem Chinese Virus Lockdown, die günstigste B 95 Tanke der Schweiz:

Hier wurde Bleifrei 95

zum Negativpreis ausgeschildert ...

Man beachte auch den € Wechselkurs:

Fr. 1.30 beim B 98

Fr. 0.9748 beim Diesel

 

Mittlerweile liegt der Preis aber wieder im positiven Bereich ...