

Mit weniger Energie weiter fahren und CO2 sparen


Es ist etwas ruhiger geworden - an der 'Hypermiler-Front'.
Hauptgrund ist die Politik der unkritischen und zu einseitigen Fokussierung auf die EU CO2 Zielwerte für Neuwagen welche je nach Fahrzeugtyp (speziell ICEV / HEV / PHEV) auschliesslich auf WLTP-Werten basieren. Fahrerische Efforts (ECODRIVE / HYPERMILING) aber auch Jahresfahrleistung werden, trotz primärer Umweltrelevanz, weder berücksichtigt noch honoriert.
(* ICEV Internal Combustion Engine Vehicle ≈ Verbrenner / HEV ≈ Vollhybride / PHEV ≈ Plug-In Hybride)​
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Weitere Gründe sind:
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1.
Es gibt nur noch wenige Verbrenner (inkl. Vollhybride) mit denen sich der bis Ende 2029 gültige WLTP CO2 Zielwert für Neuwagen von 93.6 g/km (in der Praxis !) unterschreiten lässt.
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2.
Bei PHEV kommt der CO2 Ausstoss hauptsächlich auf den Mix E- und Verbrennereinsatz an.
Zur Zeit ist diese Fahrzeug-Kategorie massiv übervorteilt. Dieses 'CO2 Schlupfloch' nutzen Hersteller nach dem Motto 'hohe Leistung - wenig CO2 Ausstoss gemäss WLTP' aus.
Hier ist aber seitens der EU ab Anfang Januar 2025 eine signifikante Korrektur erfolgt!
Und so geht die Ära der privilegierten CO2 Einstufung kontinuierlich zu Ende.
Immerhin ist die Gesamtreichweite diverser PHEV recht signifikant (1300 - ???? km) !!!
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E-Autos bleiben aber weiterhin interessante Testobjekte:
Denn die Effizienzunterschiede der E-Antriebe sind gross.
Und der fahrerische Einfluss auf Verbrauch und Reichweite ist enorm.
Aber die WLTP Verbräuche (inkludiert sind da die Ladeverluste) varieren (zu) stark und entsprechen oft nicht meinen 'Er FAHR ungen'.
Zudem stelle ich immer wieder fest dass es Autojournalisten (und PR-Agenturen) gibt welche mit Verbrauchs- und CO2 Angaben überfordert sind (siehe weiter unten) vor allem wenn Elektro- und Verbrenner-Antrieb kombiniert für den Vortrieb sorgen.
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Eine 'Hypermiler-Runde' muss natürlich auch in das PR Konzept und die Philosophie eines Herstellers/Importeurs passen (und auch da gibt es grosse Unterschiede ...) Sogenannte Premium-Hersteller die nur auf potente Kunden setzen und für welche die geltende Gesetzgebung (viel Power bei tiefem CO2-'Papierwert') sehr vorteilhaft ist - sind am Realverbrauch eher desinteressiert.​

MB CLA 250+
Dies wäre interessantes Fahrzeug für einen Range-Test zumal es (allerdings nur in der selten bestellten Basisversion mit 'Leichtlauf-Reifen') mit einem WLTP Wert von 'bis zu 792 Kilometern' glänzt und so zum europäischen WLTP Leader mutiert.
Mein wahrer Champion ist jedoch nach wie vor der VW ID.7 Pro S mit welchem ich gar im Alltags-verkehr und ohne grossen Aufwand 809 Kilometer zwischen zwei Ladestopps zurücklegen konnte.
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Im Gegensatz zu VW scheut MB allerdings die 'praktische Reichweiten-Wahrheit' (noch). Ich glaube, dass ein respektabler Anteil von potenziellen Käufern durchaus daran interessiert ist ob das aktuelle MB E-Flagschiff die beworbenen Kilometer auch (problemlos ?) im Alltag schafft.
AutoBild (Auszug Einzel-Test im Heft 45/25, siehe unten) kam auch mit 'schleichen' nicht so weit ...

Die PR / Kommunikationsabteilung von Mercedes Benz Schweiz liess auf Anfrage verlauten obige Resultate von AutoBild ('Einzeltest MB CLA 250+ AMG Line') seien 'kein Testbericht'. Es scheint Mercedes Benz offenbar nicht zu kümmern wenn Kunden erfahren dass die beworbenen WLTP Reichweiten in Auto Tests nicht erreichbar sind. Das ist betrüblich und entspricht einer eher schwer nachvollziehbaren Marketing Strategie.